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Glasklar - Kundenmagazin für Unternehmen

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ÜBER DEN TELLERRAND –

ÜBER DEN TELLERRAND – INTERVIEW MIT ALEXANDRA ASFOUR Was spricht für und was gegen E-Mobilität im Unternehmen? Die Energieeffizienz und der geringe CO2-Ausstoss sind die zwei Faktoren, die am meisten für die E-Mobilität sprechen. Wer elektrisch Auto fährt, verbraucht nur rund halb so viel Energie wie beim Autofahren mit Verbrennungsmotoren. Wer mit Naturstrom fährt, hält auch den CO2-Anteil sehr gering. In Naturstrom findet sich lediglich die Grauenergie, die für den Bau eines Wasserkraftwerkes oder einer Photovoltaik-Anlage anfällt. Gegen die E-Mobilität können je nach Einsatzgebiet der Autos Reichweite und Nutzung sprechen. «ZUERST EINMAL MUSS SICH EIN UNTERNEHMEN FRAGEN, WOFÜR EIN FAHRZEUG EINGESETZT WERDEN SOLL.» Welches Vorgehen empfehlen Sie Unternehmen, die auf E-Mobilität umsteigen möchten? 1 Analysieren Sie Fahrdistanzen und Anforderungen Alles beginnt mit der Analyse: das Unternehmen eruiert, für welche Distanzen und Zwecke seine Fahrzeuge eingesetzt werden. Stellen Sie Fragen wie zum Beispiel: – Wie lange sind die Strecken, die ein Auto zurücklegt? – Von welcher Beschaffenheit sind diese Strecken? Ist beispielsweise Allrad ein Thema? – Transportiert das Auto schwere Ladung? – Nach wie vielen Kilometern werden wie lange Pausen eingelegt? – Wo befindet sich das Auto während Ruhezeiten? – … Am besten ist es, den kompletten Tages- und Nachtablauf der einzelnen Flottenfahrzeuge nachzuvollziehen und strukturiert festzuhalten. Auf diese Weise können Sie feststellen und definieren, welche Flottenfahrzeuge sich für E-Mobilität eignen und an welchen Orten, welche Lademöglichkeiten vorhanden sein müssen. 2 Legen Sie Ihre Zielsetzungen fest In einem zweiten Schritt ermitteln Sie die Ziele, die Ihr Unternehmen mit dem Umstieg auf E-Mobilität erreichen will. Dabei wird es einerseits Energieziele verfolgen. Sprich einen Beitrag zur Senkung des CO2 Ausstosses leisten wollen. Andererseits wird es Kosteneinsparungen anstreben. Auch Imagegedanken können in die Betrachtung mit einbezogen werden. Wer elektrisch fährt, präsentiert sich innovativ, nachhaltig und zeitgemäss. 3 Betrachten Sie Kosten und Nutzen Jetzt wird es Zeit zu rechnen. Vergleichen Sie die Anschaffungskosten und die im Betrieb zu erwartenden Kosten miteinander. Aktuell sind die Elektrofahrzeuge in ihrer Anschaffung teurer, jedoch im Betrieb und Unterhalt signifikant günstiger als Autos mit Verbrennungsmotoren. Nach einer bestimmten Anzahl Jahren sind also die teureren Anschaffungskosten ausgeglichen. Ab jetzt fährt das Elektrofahrzeug in der Gesamtkostenbetrachtung günstiger. 4 Testen Sie geeignete Elektrofahrzeuge Wählen Sie aufgrund der definierten Kriterien und Ihres Budgets drei mögliche Fahrzeuge aus. Flottenverantwortliche und Mitarbeitende, die später die Fahrzeuge nutzen werden, testen die ausgewählten Autos und bewerten sie nach bestimmten Kriterien. Der Test kann in Form eines Vormittags stattfinden oder in Absprache mit einem Autohändler, der die Elektromobile wochenweise für Testzwecke verleiht. Gemäss dieser Evaluation bestimmt das Team welches Elektroauto angeschafft werden soll. 5 Bestimmen Sie die bevorzugte Ladeinfrastruktur Berücksichtigen Sie bei der Anschaffung von Elektrofahrzeugen auch die geeignete Ladeinfrastruktur. Welchen Anschluss erfordert das Elektrofahrzeug? Sollen Mitarbeiter die Station über einen Firmenbadge nutzen können? Ist eine Abrechnung gewünscht? Sollen Externe die Station mitnutzen können? Bei vielen Stationen ist ein mögliches Lastmanagement sinnvoll. Abhängig von Ihrem Bedarf und den Kosten werden die geeigneten Ladestationen bestimmt. 6 Setzen Sie Ihr Vorhaben um Hat man den Fuhrpark und den Einsatz analysiert, die Ziele gesetzt, die Kosten-/Nutzenbetrachtung erarbei tet, die Autos getestet und sich entschieden, steht der Einführung der Elektromobilität im Unterneh men nichts mehr im Wege. Beachten Sie dabei das Veränderungsmanagement und die Kommunikation. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass die Menschen die Elektroautos gerne nutzen, wenn das Einsatzgebiet stimmt. Unser Fuhrpark ist gemischt und wir bieten bei den Poolautos beides an: Elektroautos und herkömmliche Autos. So kann jeder das richtige Fahrzeug für seinen Bedarf reservieren und entsprechend einsetzen. Auf diese Weise passiert der Umstieg auf Elektromobilität schrittweise und bedarfsgerecht und wird von den Mitarbeitenden mitgetragen. Unseren Mitarbei tenden haben wir von Beginn an mitgeteilt, wann der Ein satz der Elektroautos Sinn macht, was sie bei der // 22

Reichweite und der Ladesituation zu beachten haben und an welcher Stelle der Einsatz der herkömmlichen Fahrzeuge Sinn macht. Das wurde sehr gut aufgenommen, in zwei Jahren sind die E-Golfs je über 25’000 km gefahren und es gab bisher keinen Notfall aufgrund leer gefahrener Batterien. 7 Analysieren Sie die Ergebnisse und bleiben Sie am Ball Nach Einführung und Ergänzung des Fuhrparks mit Elektroautos lohnt es sich, deren tatsächliche Nutzung zu analysieren. Wann werden sie eingesetzt, welche Strecken werden zurückgelegt, wann müssen sie gewartet werden, wie ist der Verbrauch und vieles mehr. Aufgrund dieser Daten lässt sich überprüfen, ob beispielsweise die Annahmen aus der Kosten-/Nutzenrechnung mit der Realität übereinstimmen und ob die getroffenen Zielsetzungen erreicht werden. Die Entwicklung der Elektromobilität erfolgt höchst dynamisch und schnell. Es lohnt sich, die Einsatzgebiete immer wieder zu überprüfen und nach Möglichkeit auszuweiten. Coop und Lidl machen dies beispielsweise durch den Einsatz von Elektrolastwagen in der Feinverteilung der Waren vor. Was muss der Partner können, der ein Unternehmen in Bezug auf E-Mobilität berät und bei der Einführung unterstützt? Der Partner sollte ein hohes Mass an Know-how und Verständnis für die Elektrotechnik im Allgemeinen und die E-Mobilität im Besonderen mitbringen. Er muss wissen, welche Ladestationen die Bedürfnisse eines Unternehmens am besten erfüllen und welche Fahrzeuge sich für welchen Einsatz eignen. Seine intensive Auseinandersetzung mit künftigen Entwicklungen bildet die Grundlage für die fundierte, zukunfts orientierte Beratung und Begleitung des Kunden. Ein kurzes Schlusswort? Elektromobilität ist so viel mehr als einfach nur mit Strom fahren. Sein Elektrofahrzeug mit Naturstrom zu betanken, bedeutet einen Beitrag zur nachhaltigen Zukunft zu leisten. Natürlich beinhaltet Elektromobilität für uns Menschen riesige Umwälzungen. Das fängt bei der Automobilzuliefer industrie, den Werkstätten und den Arbeitsplätzen an und hört bei der flächendeckenden Versorgung mit Elektro- Ladestationen nicht auf. Die selbstfahrenden Autos heutiger Pilotprojekte sind alle elektrisch – keine Verbrennungsmotoren. Im Jahr X werden wir mit einer «Uber»-App ein selbstfahrendes Elektroauto ohne Fahrer bestellen. Das ist keine Science Fiction, sondern einfach eine Frage der Zeit.Es ist wie mit jeder neuen Technologie: Die Veränderung lässt sich nicht aufhalten, die Chancen lassen sich nutzen. Der Mensch braucht Zeit, sich den neuen Möglichkeiten anzupassen. Ich denke, dass ein Unternehmen frühzeitig seine Anforderungen analysieren, sich der eigenen Ziele bewusstwerden und die Elektromobilität Schritt für Schritt in den Unternehmensalltag einführen sollte. Die Zukunft startet im Jetzt. // 23

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